Henriette SENST und Katharina HELDT: Die Rolle der Bibliothek im Forschungszyklus am Beispiel der Bibliothek des RKI. Ein Praxisbericht
Zusammenfassung: Bibliotheken stehen spätestens seit Beginn der Digitalisierung von Wissenschaft und Gesellschaft unter dem Druck, ihre Services konkurrierend zum Internet und zu sozialen Medien anzubieten. Um diesem Konkurrenzdruck zeitgemäß zu begegnen, müssen heute radikal die Erfahrungen und Bedürfnisse der Nutzer in den Mittelpunkt der Bibliotheksarbeit gestellt werden. Dazu sind zwei Gedanken hilfreich: Wie nehmen uns eigentlich unsere Wissenschaftler wahr? Und: Was brauchen unsere Nutzer wirklich? Die Beantwortung dieser Fragen kann zeigen, dass wir sowohl unser Selbstverständnis als auch unsere Angebote grundlegend überdenken müssen. Bibliotheksdienstleistungen müssen weniger unter dem Aspekt „Was können wir anbieten?“, sondern vermehrt unter dem Fokus „Was brauchen die Wissenschaftler?“ betrachtet werden. Bibliotheksdienstleistungen können am „Research Lifecycle“ ausgerichtet werden. Welche Ziele und welche Anforderungen an die Informationsinfrastruktur haben die Wissenschaftler während dieses Prozesses und wie können wir uns als Bibliothek an dem Prozess beteiligen?
Wir betrachten diese Frage am Beispiel der strategischen Ausrichtung der Bibliothek des RKI.Schlüsselwörter: Bibliothek, Forschungszyklus, Praxisbericht, Wissenschaftler, Nutzer, Informationsinfrastruktur