„There are still some publishers that don’t freaking get it“

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In zwei sehr lesenswerten Postings gestern und vorgestern spricht Krafty über heftige Preiserhöhungen und Verleger, die es immer noch nicht geschnallt haben, dass Bibliotheksetats nicht jedes Jahr um 20% wachsen.

Die gestrige Post war durch einen Artikel im Guardian (Academic Publishers Make Murdoch Look Like a Socialist) und die Reaktion des Verlegers Kent Anderson vom Journal of Bone and Joint Surgery (Uninformed, Unhinged, and Unfair — The Monbiot Rant) ausgelöst worden.

Angesichts der Verteuerung von JAMA (von 900 auf 6.600 Euro; und es hilft auch nicht mehr zu Ovid zu wechseln) fehlen einem wirklich die Worte. Ich habe in der folgenden Abbildung mal aufgeführt, wieviel wir in den letzten Jahren alleine für die 4 wichtigsten Titel der inneren Medizin ausgeben mussten (zum Vergrößern auf Grafik klicken).

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In den Kommentaren bricht T.Scott Plutchak eine Lanze für die Verlagsbranche und schreibt ziemlich treffend:

Until there are broad patterns of cancellations, particularly among the ARL libraries, publishers will continue to believe that “librarians always say they are broke, but they always come up with the money”, because it has worked for them so far. Most people in publishing actually have very little good understanding of how libraries operate and how decisions are made.

Krafty schliesst ihre Post mit der Aufforderung:

Anderson’s post also makes it quite obvious that library vendors are not going to stop raising prices so we best stop ranting and start figuring out what we can do for ourselves. If the well is dry then we either have to dig deeper or find water elsewhere.

100. Deutscher Bibliothekartag 2011

Morgen ist es soweit: der Deutsche Bibliothekartag kann dieses Jahr auf sein 100. Jubiläum zurück blicken.

Das Motto des Jubiläumsbibliothekartages „Bibliotheken für die Zukunft – Zukunft für die Bibliotheken“ ist zugleich Programm aber auch Forderung der deutschen Bibliotheken. Bildung, Informationen und Wissen sind die Rohstoffe, mit denen die Zukunft gestaltet wird. Informationskompetenz, lebenslanges Lernen, globaler Wissenstransfer, Excellenzforschung und Informationsflut sind genauso wie Leseförderung, gesellschaftliche Integration durch Bildung die aktuellen Anforderungen. Die Bibliothekarinnen und Bibliothekare wollen ihren Beitrag zum freien Zugang zu Bildung und Wissen für alle Bevölkerungsschichten leisten.
[Grußwort zur Tagung]

Vier Tage lang werden Bibliothekare, Bibliotheks- und Informationswissenschaftler und auch Dokumentare sowie Archivare sämtlicher öffentlicher und privater Einrichtungen aufeinandertreffen, um neueste Projekte vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen, zu diskutieren und um eventuell neue Kooperationen zu vereinbaren.

Medizinbibliothekare finden sicher in Sessions wie „Exzellente Universitäten – Exzellente Bibliotheken? Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf Bibliothek und Fachinformation“ und „Umgang mit Forschungsdaten – Was erwartet die Wissenschaft von den Bibliotheken?“ am Dienstag oder „Kundenorientiertes Informationsmanagement X.0“ und „Innovationsmanagement in Bibliotheken: Wunsch und Wirklichkeit“ und in der EndNote-Session „Informationsmanagement: Lehren und Lernen mit EndNote“ am Mittwoch sowie im Firmenvortrag von Wiley/ Ovid am Donnerstag Anregungen für ihre berufliche Praxis.

Nicht nur die Sessions, Arbeitssitzungen und Ausstellerstände bieten die Möglichkeit zum fachlichen und persönlichen Austausch, sondern auch das abendliche Rahmenprogramm in spannenden Berliner Gebäuden, sämtliche Bibliotheksbesichtigungen und Bibliothekstouren.

Wer die Tagung morgen früh sportlich beginnen und dabei gleich Berlins Mitte kennen lernen will, kann dies mit der Teilnahme an der Fahrraddemonstration tun, die unter dem Motto „Traditionen im Wandel – Bibliothekare in Bewegung“ steht. Auf geht’s!

Deine Bibliothek hasst dich

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Lee Dallas enthüllt in The Greatest Secret of IT Revealed das Geheimnis, warum deine EDV-Abteilung dich, den Kunden, hasst.

The secret is – your IT department really does hate you. That’s right. You are not paranoid and it is not your imagination. Before you cringe and get defensive you have to understand that this is a conditioned response brought on by the horribly dysfunctional relationship between IT departments and the businesses they serve. As with all counseling sessions we begin by asking what are the things about the other party that cause this response. A few things are undeniable in your relationship.

Krafty meint, dass es im Gesundheitswesen ähnlich ist, aber ich finde die Ähnlichkeiten mit dem Bibliothekswesen noch schlagender:

  • You, the library user, break things – you don’t mean to but it happens. (irgendeine Zeitschrift ist plötzlich offline und schon nervst du die Auskunft damit!) And when it does you are the source for extra work keeping somebody from the very important problem you dumped on them yesterday.
  • You control the money – the Library though they rarely admit it, exists to serve you not the other way around. The budget comes from those parts of the customers that really do important things such as the students, the scientists and the physicians and this gives you a power over the Library that breeds contempt.
  • You ask for things you cannot afford – while you have ultimate control of the money you have no real insight into how much journals or books really costs to buy or license. Consequently you tend to demand far more than the meager budget you contribute can cover. The Library is forced to pool these multiple sources and then play the role of arbiter between waring departmental factions. Regardless of the outcome, all departments will blame the Library – not each other for the problems that occure
  • You break (copyright) rules but hold the Library accountable for them – It is this last point that is the heart of the dysfunction. The Library by charter is responsible for maintaining the copyright of the data and they do so by a number of means, many of which prevent you from doing what ever you want. So naturally you circumvent those rules (or turn a blind eye when someone else does) yet when a publisher sues the University or the copyright law worsened because the rules was broken countlessly it is the Library manager responsible for the content it that is often the one to pay the price politically and professionally.
  • You hate them too – Antiquated and protectionist Library practices are the rightfully the butt of many jokes. To be fair though no one likes to be derided, made fun of or criticized for enforcing policies they have no control over or journal prices they cannot influence. The vast majority of people you meet in the Library are just as frustrated as you are but the adversarial approach used against the average Librarian foot soldier conditions them to push back and say ssssssssh and No to every user because they have learned time and again that no good deed goes unpunished.

(Just replaced „IT“ with „Library“ and changed some wording)

PrüfungsAPPs: Thieme zieht nach mit der Schwarzen Reihe

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Nicht nur für die Online-Prüfungs-Tools gilt, dass sie Konkurrenz erhalten, sondern auch für die Prüfungs-Apps. Nach meinem letzten Vergleich hat sich schon wieder etwas getan. Neben Elsevier plaziert sich nun auch Thieme mit der bereits recht ansehnlichen App „Schwarze Reihe 1./2. ÄP Trainer“ für den iPhone. Hier zeigt sich im Gegensatz zu den „Hobby-Apps“, was an Performance möglich ist, wenn Apps von professionellen Anbietern erstellt werden. Geeinigt hat sich man offensichtlich beim Preis: 3 Cent pro Frage muß man wohl für diese Qualität berappen.

Online-Prüfungs-Tools erhalten Konkurrenz

Als hätten sich Thieme und Elsevier abgesprochen: diese Woche bietet Thieme sein Online-Tool examen online zur Prüfungsvorbereitung für die 1. ÄP und 2. ÄP in einer neuen Version an: neues Design, ausgebaute Funktionen, überarbeitete Bedienung. Login und Konditionen bleiben dieselben.

Dank Newsletter-Funktion konnte man diese Woche aber auch erfahren, dass Elsevier die bekannte mediscript-CD als Online-Version namens mediscript online für die 1. ÄP und 2. ÄP anbietet – was mit der Umstellung der CD-ROMS bereits zu erwarten war. Elsevier’s mediscript online wirbt mit der größten IMPP-Fragen-Datenbank und bietet, wie in den bereits existierenden Prüfungstools von Thieme und Springer auch vorhanden, individuell einstellbare Fragenpakete, Statistiken etc. an. Auffällig ist, das der Anbieter auf Feedback und Mitentwicklung, ganz nach Web2.0-Überzeugung, der Anwender setzt und eine kostenlose mobile Version für die iWelt im Gepäck hat. Die Preisgestaltung, zumindest für den persönlichen Kauf, ist attraktiver als bei Thieme (bei Springer wird dies nicht angeboten). Anders als bei Thieme werden Bibliotheken nicht angesprochen, sodass über Preismodelle für diese Abnehmerseite nichts, zumindest nicht auf den Webseiten, zu erfahren ist. Springer bietet bisher nur mit Das Erste die Prüfungsvorbereitung für die 1. ÄP an, weshalb man sicher in Kürze mit der Möglichkeit zum Lernen für die 2. ÄP rechnen kann.

Der Prüfungsmarkt ist in Bewegung – es bleibt abzuwarten, wie er sich in diesem Jahr entwickelt und welche Fakultäten sich für welches Produkt entscheiden. Eventuell wird dies wieder Thema beim „Treffpunkt AGMB“ auf der diesjährigen AGMB-Tagung werden.