Thieme-Verlag läßt Online-PDF-Bibliothek langsam auslaufen

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Wie angekündigt hat der Thieme-Verlag seinen Onlinebücher eine neue, flash-basierte Plattform verpasst. Die doch erheblichen Nachteile für ihre Nutzer, die kurzfristige Ankündigung und die Umstellung mitten im Jahr haben bei Medizinbibliotheken in ganz Deutschland für Unmut gesorgt. Daraufhin (und wohl auch, um eventuellen rechtlichen Unklarheiten à la PDF gekauft, Flash geliefert zu entgehen) hat man bei Thieme die alte Onlinebibliothek nicht sofort abgeschaltet, sondern versucht den Übergang weicher zu gestalten. Die Thiemebücher stehen deshalb ab August unter zwei Adressen zur Verfügung; die alte Thieme-PDF-Onlinebibliothek soll erst im Herbst abgeschaltet werden. In einem Übersichts-Artikel finden Sie die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen System („neu“ klingt immer gut, „alt“ immer schlecht, … komisch). Bitte um Anregungen zwecks Vervollständigung.

Neue Auflagen und Titel werden aber nur noch in die neue Oberfläche eingespielt.

Sobotta auf iPad

9783437440700

Die 23. Auflage des Sobotta, als e-Sobotta angekündigt, wird es bald auch für den iPad geben! Der Preis soll derselbe sein wie für die dreibändige Printausgabe: 99,95 Euro. Ende September soll das feine Teil zeitgleich mit der Printausgabe online gehen und den Apple-Store mit seinen meist englischsprachigen Anatomie-Apps um eine (hoffentlich) professionelle aber auf jeden Fall deutschsprachige Anatomie-Anwendung bereichern.

Wiley, OUP, Taylor & Francis verteuern Kombi-Abos

Nach einer mir vorliegenden Rundmail von Ebsco werden sich ab nächstes Jahr die Kombiabos der Verlage Wiley, OUP, Taylor&Francis deutlich verteuern. Grund sind neue Berechnungsmodelle, welche die nicht-reduzierte Mehrwertsteuer einrechnen. Die im Mai letzten Jahres von Swets verbreitete Meldung einer Mehrwertsteuertrennung scheint nun also doch zu kommen. Die Mehrwertsteuer auf eJournals wird sich also weiterhin negativ für Angebot und Konkurrenzfähigkeit in der EU auswirken.

Wiley
Online-Anteil: 50% mit 19% MwSt. und 
Print-Anteil: 50% mit 7% MwSt.
Eine (netto) 1.000 Euro-Zeitschrift würde also 1.130 Euro kosten (+5,6% gegenüber dem bisherigen Kombiabo von 1.070 Euro)

Oxford University Press 
Online-Anteil: 30% mit 19% MwSt. und 
Print-Anteil: 70% mit 7% MwSt.
Eine (netto) 1.000 Euro-Zeitschrift würde also 1.106 Euro kosten (+3,4% gegenüber dem bisherigen Kombiabo von 1.070 Euro)

Taylor & Francis 
Online-Anteil: 48,72% mit 19% MwSt. und 
Print-Anteil: 51,28% mit 7% MwSt.
Eine (netto) 1.000 Euro-Zeitschrift würde also 1.128 Euro kosten (+5,5% gegenüber dem bisherigen Kombiabo von 1.070 Euro)

Was treibt die Verlage dazu? Soll der Druck verstärkt werden, auf e-only umzusteigen oder gibt es rechtliche Probleme?

Aktualisierung 3.8. (Ebsco hatte sich verrechnet)

Aktualisierung 3.8. (siehe Kämper-Kommentar)

Next time you’re in need of emergency medical care … ask for your medical librarian

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Nett, sowas mal zu hören:

Next time you’re in need of emergency medical care, make sure you have a competent, skillful doctor, nurse, EMT, or nurse practitioner helping you out. And so they can do their job better, ask for your medical librarian to lend their expertise.

Wie kommt dieser nette Typ da rauf und was ist sein Argument, dass wir soo wichtig sind (despite of the Internet)? „Ärzte sind Menschen mit Unterbewußtsein, das vom Pharmamarketing ordentlich beeinflußt wird.“

While doctors may do a little to keep up with current research, they’re primarily educated by pharma companies with a vested interest in presenting research and information that encourages doctors to prescribe drugs.

Stever Robbins: When you’re sick, ask for … a librarian

Hat Elsevier Wiserwiki eingestellt?

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Vor gut zwei Jahren noch von Elsevier groß angekündigt ist das Living Document WiserWiki nun nicht mehr unter der Adresse www.wiserwiki.com zu finden. Am 21.1.2009 hat David Rothman es noch in seiner List of Medical Wikis geführt, aber seitdem fehlt jede Information dazu. Klammheimlich eingestellt? Kein Geschäftsmodell gefunden oder keine Ärzte, die das pflegen? Apropos Pflege: Von MedPedia und GoogleKnol hört man auch nichts mehr, aber es kann auch sein, dass ich die ganze Zeit in einer Kiste unter meinem Schreibtisch gehockt habe….

iPad & E-Books: Der nächste Schritt zum Lehrbuch der Zukunft?

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Seit Ende Juni ist auch an der Zweigbibliothek ein iPad im Test. Es hat sich im alltäglichen Einsatz und bei einer Fachtagung bereits sehr gut bewährt. Das iPad ist vor allem ein mobiles Gerät zur spielerischen, komfortablen Darstellung von Informationen aller Art. Und genau in dieser Kombination – mobil, spielerisch, komfortabel, aller Art – liegen seine großen Vorteile gegenüber den Alternativen Smartphone, Laptop, EeePC (dessen Slogan „Easy · Excellent · Exciting“ es übrigens perfekt verwirklicht). Das macht wohl einen Teil des Hype ums iPad verständlich.

Ich kann mir den iPad sehr gut auf Station, bei Präsentationen oder in der Teamsitzung vorstellen – als Informationsmaschine, beladen mit E-Books, Literaturlisten, Arzneimittelverzeichnissen, Vorlesungsmitschnitten, Videos von Beispiel-Prozeduren (zB via iTunes U), E-Learning-Tools, aber auch in der Patientenaufklärung etc pp. Bei Röntgenbildern und elektronischen Patientenakten bin ich kritischer, da hier die ganze Sicherheitsproblematik in Krankenhäusern mit Datenschutz und Firewalls ins Spiel kommt.

Ganz interessant finde ich den Reiz des Spielerischen, die der iPad Apple-typisch vermittelt. Die Bedienung per Gesten kommt offensichtlich dem menschlichen Bedürfnis sehr entgegen, etwas durch “Begreifen” ausprobieren, erfahren und (kennen)lernen zu wollen. Insofern sehe ich hier auch für das studentische Lernen ein Potenzial, das meiner Meinung nach gerade in den Anfängen sichtbar wird – Stichwort: Nächster evolutionärer Schritt für Lehrbücher. Die Zweigbibliothek Medizin Münster wird hierzu in Kürze ein Angebot vorstellen. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf Springer- und Elsevier-Titeln liegen, da die Lehrbücher des Thiemeverlags nicht iPad-tauglich sind.

Nachtrag: Wie ich gerade feststelle, trifft dies zumindest auf den us-amerikanischen Thieme-Zweig nicht zu. Dort wird an einer Portierung des Promotheus auf den iPad gearbeitet, deren erste Projektskizzen Steve Jobs bei der iPad-Einführung übrigens vorgestellt hatte.