Reclaim the Commons – Commons should be open accessible

A further argument against Jochum: Gavin Baker zitiert aus dem Manifest des World Social Forum (Belem, Brazil, January 27-February 1, 2009):

Humankind is suffering from an unprecedented campaign of privatization and commodification of the most basic elements of life: nature, culture, human work and knowledge itself. In countless arenas, businesses are claiming our shared inheritance – sciences, creative works, water, the atmosphere, health, education, genetic diversity, even living creatures – as private property. A compulsive quest for short-term financial gain is sacrificing the prosperity of all and the stability of the Earth itself. …

Agressive intellectual property politics harness those suffering from neglected deseases or who can’t purchase patented medicines, reduce cultural diversity, limit access to knowledge and education, and promote a global consumerist culture. …

As more citizens discover this reality, a new vision of society is arising – one that honors human rights, democratic participation, inclusion and cooperation. People are discovering that alternatives and commons-based approaches offer practical solutions for protecting water and rivers, agricultural soils, seeds, knowledge, sciences, forest, oceans, wind, money, communication and online collaborations, culture, music and other arts, open technologies, free software, public services of education, health or sanitization, biodiversity and the wisdom of traditional knowledges.

The signers of this Manifesto, launched at the World Social Forum of 2009, call upon all citizens and organizations to commit themselves to recovering the Earth and humanity’s shared inheritance and future creations. …

Was „Open Access“ kostet – FAZ-Argumentation für Steuerzahler

Uwe Jochum, Was „Open Access“ kostet: Eine Bitte an den Steuerzahler, genau hinzuschauen. FAZ Mi 17. Juni 2009, Nr. 137, S. N 5 in Natur u. Wissenschaft (nicht online).

Seit August 2007 ist klar, dass „Open Access“, die Einstellung aller wissenschaftlichen Texte auf Internet-Plattformen, das wissenschaftliche Publizieren nicht billiger macht. Denn damals kündigten die Kline Science Library und die Cushing/Whitney Medical Library, die zum Bibliothekssystem der Universität Yale gehören, ihre Mitgliedschaft bei „BioMed Central“ (BMC), der großen und kommerziell erfolgreichen Open-Access-Plattform. Dieser Schritt sorgte unter den Anhängern des elektronischen Publizierens für Verblüffung. Yale machte öffentlich, dass man sich von Seiten der Bibliothek an BMC erst dann wieder beteiligen wolle, wenn dort ein „gangbares Geschäftsmodell“ vorgelegt würde. Damit hatte sich in Yale bewahrheitet, was eine an der Medizinischen Universität Wien ein Jahr zuvor unternommene Studie – http://www.egms.de/pdf/journals/mbi/2007-6/mbi000050.pdf – erhoben hatte: Open Access bringt für die Zeitschriftenetats der Bibliotheken keine Entlastung, ganz im Gegenteil.

Was mich besonders aufmerken läßt, ist die Zitierung eines Artikels aus eGMS. Bei diesen Berechnungen wird aber leider immer wieder vergessen, dass die Hälfte aller OA-Journals keine Autorengebühren verlangt (Jochum weiß dies, zitiert aber trotzdem die Studien). Die in diesem Zusammenhang auch immer wieder gerne zitierte Cornell-Studie ist ebenfalls überholt, stattdessen sollte man lieber zu vernünftigen Untersuchungen wie OA would save the Netherlands 133 million Euros/year greifen.

Und Jochum weiß auch genau, warum Yale bei BioMed Central ausgestiegen ist:

Der Grund: In Yale arbeiten alleine an der School of Medicine 1849 Wissenschaftler. Müsste Yale jedem von ihnen pro Jahr auch nur einen Beitrag bei BMC finanzieren, würden rund 2,5 Millionen Dollar fällig werden.

Tatsächlich würde Yale gerne wieder bei BMC einsteigen, wie aus der Presseerklärung klar hervorgeht:
We believe in the widest possible access to scholarly research supported by workable business models and should BioMedCentral develop a viable economic model which allows them to more equitably share costs across all interested stakeholders, we would consider renewing our financial support….

Yale hat es schlicht und einfach nicht geschafft, innerhalb der Uni rechtzeitig ein nachhaltiges Modell zu entwickeln, wie z.B. einen gemeinsamen Budgettopf zusammen mit Forschern und Forschungsförderern, siehe die Uni Nottingham.

Jetzt wird’s ganz kryptisch, denn Jochum – ungetrübt von irgendwelcher Evidenz – fängt an zu rechnen, das den Milchmädchen die Haare zu Berge stehen:

Geht man nun davon aus, dass Open Access ein Publikationsmodell für alle Wissenschaften werden soll, für sämtliche 175 000 Wissenschaftler, die die Deutsche Bildungsstatistik für das Jahr 2007 zählt, Open-Access-Veröffentlichungen finanzieren. Fallen dabei kostenwahre Gebühren wie bei PLoS an, muss der Steuerzahler für eine Publikation pro deutschem Wissenschaftler einen Betrag von 316 Millionen Euro bereitstellen. Bei zwei Publikationen werden 632 Millionen Euro fällig, bei drei Veröffentlichungen sind wir dann schon knapp unter einer Milliarde Euro.

Dabei betragen die Kosten für das gesamte weltweite Publikationswesen laut Velterop ca. 7 Mia. Euro, die bei einer Umstellung auf Open Access nur in andere Kanäle fliessen müßten. Bei 30% Profitabschöpfung durch kommerzielle Verlage könnte ich mir auch eine deutliche Einsparung vorstellen.

Außerdem redet Jochum einer vollkommen lächerlichen Konkurrenz zwischen Open Access / Wiss. Bibliothekswesen das Wort, als wenn man nur jeweils eins haben könnte und eine Entscheidung für Open Access eine gegen das Bibliothekswesen sein müßte. Gegen das Bibliothekswesen in der jetzigen Form vielleicht, aber ist das überhaupt eine lebensfähige Alternative, sich von diesen Entwicklungen abzukoppeln?

Jochum spricht die m.E. wichtigen Themen alle nicht an: Zeitschriftenkrise? Nie gehört! Wirtschaftskrise und reduzierte Bibliotheksetats inkl. massenhaften Abbstellungen am Horizont? Was schert mich das! Paradigmenwechsel und zukünftige Ausrichtung bei Bibliotheken? Nein, ich lebe lieber in der Vergangenheit!

Die Bücher sind wohlbehalten angekommen …

Ich werde Sie heute mal schocken. Mit einem Eingeständnis meiner Bibliophilie. Ja, auch ein Web2.0-Evangelist und bekennender iPhone-Fan kann sich an schweren cremefarbenen Velinseiten erfreuen:

Die Bücher sind wohlbehalten angekommen; die Stevenson-Ausgabe ist so schön, daß sie mein Bücherregal aus Orangenkisten beschämt. Ich fürchte mich fast davor, solche schweren cremefarbenen Velinseiten anzufassen. Da ich an das kalte Papier und an die steifen Pappumschläge amerikanischer Bücher gewöhnt bin, wußte ich gar nicht, was es für eine Freude sein kann, ein Buch zu berühren.

[aus „84, Charing Cross Road“ von Helene Hanff] (ganz unvoreingenommen in der DNB-Aufnahme als Büchernärrin(!) bezeichnet – was totaler Quatsch ist, sie war eher eine Hundenärrin, wenn überhaupt. Liest denn dort keiner die Bücher der Autoren?)

Hoover salesman in the library

Laikas:

When the head of the library joins me with a visit to a hospital department etc, I feel like I might as well go with a hoover salesman.

Mutig, hört der Boss nicht mit? Wir nennen das ja immer : Avon-Beraterin.

(Mein erstes Posting mit dem neuen OS 3.0 und cut&paste!)

Cognitive disabled may benefit from starting early with mobile phones

John Gordon denkt in Special needs and mobile phones: Why we’re starting young darüber nach, kognitiv gestörten Kindern lieber früher als später Mobiltelefone an die Hand zu geben:

Since cognitive disorders such as ADHD and autism may limit abilities to use a phone effectively or correctly, one approach would be to delay or defer use. Of course even a child with strong executive functions can lose a phone, so there are strong economic reasons to delay use. We’ve chosen instead to move the use date forward, to the earliest time that a cognitively disabled child is likely to be able to follow basic phone rules. I was mildly surprised by this. I thought we’d favor delay, but when we thought things through the reasons for moving sooner became quite strong.

The last is a big reason. I’ve owned an iPhone for a year now. The opportunities to deliver cognitive aids, training materials, and support systems through these mobile- computers-that-you-can-by-the-way-talk-on is immense. Just as computers opened (fitfully and erratically) new opportunities for blind persons, so too may these technologies allow the cognitively disabled to take on new life opportunities and employment. We want to explore these options and leverage what’s available starting now. Some time in the next 1-3 years the child phone will be an iPhone-equivalent.