Wir haben uns bei bestem Wetter in Basel eingefunden und freuen uns auf eine interessante Tagung.
The plagiarism euphemism parade continues
Adam Marcus und Ivan Oransky: Die Plagiarismus-Euphemismus-Parade zieht weiter
Zusammenfassung: Der amerikanische Blog „Retraction Watch“ beschäftigt sich seit seiner Gründung 2010 mit Begründungen (und Ausreden) für akademisches Fehlverhalten, welche beim Peer-Review-Prozess und Edieren von eingereichten Publikationen in internationalen wissenschaftlichen Journalen auffallen. Die beiden Gründerväter des Blogs stellen in diesem Kurzbeitrag eine Parade der Euphemismen für Plagiarismus dar. Viele der oft grotesken Umschreibungen für schlichtes Copy&Paste stammen von den AutorInnen der rückgezogenen Publikationen selbst. Es stellt sich die Frage – wieso nennt man die Dinge nicht einfach beim Namen?
Schlüsselwörter: Euphemismus, Plagiarismus, Ausreden, Gründe, Publikationsrücknahme
Mehr Schaden als Nutzen? Problematischer Einsatz von Textvergleichsprogrammen zur vermeintlichen Plagiatsvermeidung
Natascha Miljković: Mehr Schaden als Nutzen? Problematischer Einsatz von Textvergleichsprogrammen zur vermeintlichen Plagiatsvermeidung
Zusammenfassung: Die Liste an selbst ernannten Plagiatsprüfprogrammen ist lang und wächst ständig, brauchbar wie propagiert sind jedoch nur wenige davon. Besonders durch die gezielte Werbung der ProgrammherstellerInnen mit dem Begriff Plagiatsdetektion – im Gegensatz zu ihrer einzigen tatsächlichen Funktionsweise, dem bloßen Textvergleich –, haben sich einige falsche Annahmen zu diesen Produkten ergeben, die sich im universitären Bereich leider sehr hartnäckig halten und bei der Konzeptionierung effizienter Präventionsmaßnahmen sogar hinderlich sein können. Als einzige eingesetzte präventive Maßnahme (im weitesten Sinne) sind diese Programme völlig unzureichend und können technisch zudem ohnedies nicht alle Formen von unwissenschaftlichen Schreibverhalten finden.
Schlüsselwörter: Plagiatsprüfung, Plagiatsprüfprogramme, Textvergleichsanalysen, wissenschaftlich Schreiben, Plagiatsformen, Falschannahmen
Analyse zurückgezogener Publikationen in der bibliografischen Datenbank Web of Science von 2004 bis 2014
Helmut Dollfuß: Analyse zurückgezogener Publikationen in der bibliografischen Datenbank Web of Science von 2004 bis 2014
Zusammenfassung: In der vorliegenden Arbeit wurden im Zeitraum 2004 bis 2014 zurückgezogene Publikationen, die in der bibliografischen Datenbank Web of Science (WoS) erfasst sind, analysiert. Nur Daten aus dem Science Citation Index (SCI) fanden Berücksichtigung, da die Anzahl der betroffenen Artikel im Social Sciences Citation Index (SSCI) und im Arts&Humanities Citation Index (A&HCI) sehr niedrig ist. Die aufgefundenen 2.590 Einträge aus den SCI wurden mit dem Analysemodul der Datenbank WoS nach dem Publikationsjahr, Fachbereich, Journal und Land aufgeschlüsselt. Weiters wurde untersucht, wie viele Jahre durchschnittlich vergehen zwischen Veröffentlichung und Zurücknahme eines Papers und wie häufig ältere Artikel davon betroffen sind. Der Trend zur Steigerung bei Rücknahmen von Veröffentlichungen war im Untersuchungszeitraum deutlich zu erkennen und betrifft seit etwa 2009 auch zunehmend ältere Literatur.
Schlüsselwörter: Rücknahme von Forschungsliteratur, Web of Science, wissenschaftliches Fehlverhalten, wissenschaftliches Publikationswesen
Plagiatsprävention als Herausforderung für die Schreibdidaktik
Regina Fenzl und Katrin Miglar: Plagiatsprävention als Herausforderung für die Schreibdidaktik. Ein Erfahrungsbericht aus dem Schreibzentrum der FH Wien, der Fachhochschule der Wiener Wirtschaftskammer (WKW)
Zusammenfassung: Als Plagiat bezeichnet man die unrechtmäßige Verwendung fremden Gedankengutes. Wenn zum Beispiel fremde Erkenntnisse als eigene deklariert werden und die ursprüngliche Quelle nicht angegeben wird, spricht man von einem Plagiatsvorfall. Hochschulen und Universitäten stehen in der Pflicht, Plagiate zu sanktionieren, aber auch Maßnahmen zur Prävention zu setzen.
Das Schreibzentrum der FHWien der WKW macht es sich als akademisches Schreibzentrum zur Aufgabe, die Studierenden vor den Versuchungen und Gefahren des Plagiierens zu bewahren. Als Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema wissenschaftliches Arbeiten bietet das Schreibzentrum Hilfestellung zum effizienten Umgang mit wissenschaftlicher Literatur und deren korrekte Zitation. Somit gehört auch Plagiatsprävention zu den Kernaufgaben der Schreibzentrumsarbeit. Was ist also zu tun, um Studierende auf dem korrekten Weg zu halten? Welche Maßnahmen können im tertiären Sektor ergriffen werden, um Plagiatsfällen vorzubeugen? Diese und andere Fragen werden im vorliegenden Beitrag beantwortet. Dazu wird zunächst zwischen verschiedenen Formen des Plagiierens unterschieden, anschließend wird die Perspektive der Studierenden näher beleuchtet und erörtert, welche Faktoren aus Studierendensicht dazu führen können, ein Plagiat zu begehen. Am Ende werden Möglichkeiten der Plagiatsprävention im Zuge der Schreibzentrumsarbeit vorgestellt.Schlüsselwörter: Plagiatsprävention, Zitieren, Schreibzentrum
Plagiate und Plagiatsvermeidung an der MedUni Wien: 11 Fragen an Curriculumsdirektor Stefan Böhm von Helmut Dollfuß
Stefan Böhm und Helmut Dollfuß: Plagiate und Plagiatsvermeidung an der MedUni Wien: 11 Fragen an Curriculumsdirektor Stefan Böhm von Helmut Dollfuß
Zusammenfassung: Dr. Stefan Böhm, Curriculumsdirektor für den Bereich der Doktoratsstudien, berichtet in diesem 11-Fragen-Interview über die Einführung und Organisation der Plagiatsprüfung an der Medizinischen Universität Wien (MedUni Wien). Weiters werden mögliche Beweggründe für das Plagiieren und Maßnahmen zur Vermeidung von Plagiaten angesprochen.
Schlüsselwörter: MedUni Wien, Medizincurriculum, Dissertation, Doktoratsstudium, Plagiatsprüfung, Plagiatsvermeidung